Transgender

Transsexualität – Transgender


Leben im "falschen" Körper

Als transsexuell bezeichnet man Menschen, die zwar körperlich eindeutig einem bestimmten Geschlecht zuzuordnen sind, die sich diesem Geschlecht aber nicht zugehörig fühlen. Sie sind sozusagen Gefangene in ihrem eigenen Körper. Schätzungsweise sind ein bis zwei von 100.000 Menschen transsexuell.
Viele Betroffene lehnen den Begriff Transsexualität ab, da es bei dem Phänomen, nicht um Sexualität geht, sondern um Identität. Deshalb sind die Begriffe Transidentität oder auch Transgender passender und werden eher akzeptiert.





Psychische und physische Folgen


Transsexualität führt die Betroffenen in eine schwere. Was meistens schon in der Kindheit empfunden wird, steigert sich mit dem Beginn der Pubertät zu einem immer größeren Leidensdruck. Schließlich ist man aufgrund seiner körperlichen Merkmale gezwungen, sich völlig anders zu geben, als man in Wirklichkeit ist.
Fassen die betroffenen Personen den Mut, sich ihren Familien und Freunden anzuvertrauen, müssen sie in vielen Fällen mit Unverständnis und Ablehnung rechnen. Ob sie schweigen oder ob sie reden – auf jeden Fall haben Transsexuelle viel auszustehen durch das Gefühl der Zerrissenheit in ihrem Inneren, und zusätzlich durch die Leiden, die die Umwelt ihnen zufügt.


Wie Transsexuellen geholfen werden kann

Wer sich nicht länger damit abfinden will, dauerhaft als Mann in einem Frauenkörper zu leben bzw. als Frau in einem Männerkörper, dem kann mit verschiedenen medizinischen Maßnahmen geholfen werden. Dazu hören Hormontherapien, die Einfluss nehmen auf die sekundären Geschlechtsmerkmale, und geschlechtsangleichende Operationen, die trotz der Hormonbehandlungen notwendig sind, da sie keine Umwandlung bzw. Ausbildung der primären Geschlechtsorgane bewirken.
Bei transsexuellen Frauen gehört häufig auch eine Anpassung des Unterkiefers, des Kinns und der Augenbrauenwülste an den weiblichen Normbereich zur Behandlung. Außerdem ist eine dauerhafte Epilation des Bartwuchses nötig.
Nach einer erfolgreichen geschlechtsangleichenden Operation fühlen sich Transsexuelle endlich nicht mehr als „Zwischenwesen“ oder „mentale Zwitter“. Problematisch werden dafür aber -zumindest in der Anfangszeit- die Beziehungen zu Familienmitgliedern und Arbeitskollegen, die das Gefühl haben, einem völlig anderen Menschen gegenüberzustehen, und die deshalb stark irritiert und verunsichert sind.

Ob Transsexualität als Krankheit bezeichnet werden kann, ist umstritten. Einiges spricht dafür, dass ein hormonelles Ungleichgewicht während der Schwangerschaft zur Entwicklung der Transsexualität beiträgt, aber die Betroffenen selber empfinden sich keineswegs als krank, sondern nur als anders als die meisten Menschen.
Wenn Transsexuelle häufig unter Krankheiten leiden, hängt das mit ihrer inneren Zerrissenheit zusammen, die, noch verstärkt durch ein verständnisloses Umfeld, zu Magen-Darm-Störungen, Depressionen und sogar Selbstmordgedanken führen kann.






Mittwoch, 7. September 2011


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